So findest du das richtige Zelt

Ein Zelt ist wie eine Versicherung. Etwas, wofür du bezahlst, aber dessen tatsächlichen Wert du erst erkennst, wenn es drauf ankommt. Wenn es horizontal regnet und der Wind gegen die Zeltwand peitscht, zahlt sich die Versicherung aus und du erhältst, wofür du gezahlt hast. Wenn du bei so einem Wetter nie zeltest, musst du auch nicht viel Geld für ein Zelt ausgeben.

Aber ein Zelt hat auch noch andere wichtige Eigenschaften. In Schweden und besonders in Norrland ist der Schutz gegen Insekten mindestens genau so wichtig. Darüber hinaus bietet der eigene tragbare Rückzugsort im Gegensatz zu einer Übernachtung im Freien einen gewissen Schutz gegen andere Personen. Zwei Fragen und die Details bestimmen deine Wahl.

Die erste Frage, ob du ein Tunnel- oder ein Kuppelzelt haben möchtest?

Kuppelzelte

Das Kuppelzelt hat viele offensichtliche Vorteile. Zumindest in der Theorie sind diese Zelte mehr oder weniger selbsttragend. Oft muss die Apsis jedoch mit ein paar Heringen stabilisiert werden. Kuppelzelte sind im schwedischen Schärengarten unschlagbar, wo sie sicher auf den Klippen stehen. Trotzdem müssen sie immer zusätzlich befestigt werden. Einige Sturmleinen im Erdboden sorgen auch dafür, dass das Zelt bei Regen besser dasteht. Im Allgemeinen halten Kuppelzelte Wetter und Wind besser stand als Tunnelzelte. Die steilen Wände sorgen dafür, dass Wasser und Schnee leicht von der Zeltwand rutschen können. Gekreuzte Bögen halten dem Wind gut stand. Die Bögen halten auch den Zeltstoff richtig auf Spannung. Die Lösung verhindert, dass ein feuchtes Innenzelt lose herunterhängt und Körper oder Schlafsäcke nass macht. Diese Konstruktion und das stramme Innenzelt bieten viel Platz und eine gute Sitzhöhe. Gute Belüftungsoptionen sind auch ein allgemeines Plus bei Kuppelzelten, was auch bedeutet, dass Kuppelzelte nach Regen schnell trocknen. Das Zelt kann für eine optimale Platzierung auch leicht bewegt und bei Bedarf angehoben und ausgeschüttelt werden.

Drei Nachteile:

1. Oft, aber nicht immer, ist die Apsis klein.

2. Das Gewicht per Person fällt in der Regel etwas höher aus als bei Tunnelzelten.

3. Innenzelt und Außenwand werden separat aufgebaut, was bei Regen problematisch sein kann.

Tunnelzelte

Wir in Schweden mögen Tunnelzelte. Das ist unsere eigene Zelttradition, und so bauen wir seit vielen Jahren Zelte. In den letzten Jahren hat sich das Segment von robusten Vier-Jahreszeiten-Lösungen zu einer Vielzahl von Tunnelzelten für verschiedene Einsatzbereiche vergrößert. Von luftigen Sommerlösungen bis hin zu reinen Winterzelten mit Sturmmatten und vielen Halterungen für Sturmlinien. Das heutige Tunnelzelt ist so vielseitig wie das Kuppelzelt, hat aber seine eigenen klaren Vor- und Nachteile.

Es regnet in Schweden, und das nicht zuletzt auch in den Bergen. Die Vorteile des gleichzeitigen Aufstellens von Innen- und Außenzelten, wie man es normalerweise bei einem Tunnelzelt macht, liegen auf der Hand. Das Innenzelt wird nie nass, und man muss nicht so achtsam sein wie mit einem separaten Außenzelt. Wenn es regnet, punkten die meisten Tunnelzelte mit mindestens einer großen Apsis, die Schutz beim Kochen und für Ausrüstung bietet und gleichzeitig als „Flur“ fungiert, in der du nasse Kleidung wechseln und aufhängen kannst.

Tunnelzelte lassen sich kinderleicht aufbauen. Die Grundkonstruktion besteht aus zwei Bögen, die jeweils in einen Bogenkanal eingefädelt sind. Das Zelt wird natürlich in Windrichtung aufgestellt, und eine niedrige Silhouette macht diese Zelte sturmsicher. Möglicherweise mit einer Ausnahme: wenn das Zelt gegen den Wind geöffnet wird, was dazu führen kann, dass sich das Zelt wie ein Ballon aufbläst und in allen Nähten platzt. Darüber hinaus sind Tunnelzelte pro Flächeneinheit im Allgemeinen leichter als andere Zeltmodelle.

Es gibt wenig Negatives zu sagen. Die Sitzhöhe ist jedoch im Allgemeinen niedriger als bei Kuppelzelten, und die Belüftungsmöglichkeiten leiden darunter, dass die Belüftungsflächen des Zeltes aufgrund seiner Form normalerweise auf die beiden kurzen Seiten beschränkt sind. In einem Tunnelzelt gibt es auch nicht die gleiche Spannung der Zeltwand wie in einem Kuppelzelt. Aus irgendeinem Grund werden Tunnelzelte traditionell hauptsächlich in Grün hergestellt. Falls du ein helleres Interieur wünscht, sind in den letzten Jahren auch viele Modelle aus helleren Stoffen erschienen. Dass Tunnelzelte nicht wie Kuppelzelte selbsttragend sind, ist ein relativ nebensächlicher Aspekt, da alle Zelte, unabhängig vom Modell, in der Basis befestigt werden sollten, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Aber im Schärengarten auf nacktem Fels ist das Kuppelzelt immer noch die beste Lösung.

Frage Nummer zwei, wo und wann?

Die wichtigste Frage, die du dir als Zeltkäufer stellen musst, ist, wann und wo das Zelt verwendet werden soll. Die Jahreszeiten erfordern unterschiedliche Eigenschaften beim Zelt. Eine Waldwanderung in Östergötland stellt andere Anforderungen an das Zelt als ein Ausflug im Nationalpark Sarek.

Der normale Zeltbewohner schläft im Frühling, Sommer und Herbst und auf der einen oder anderen Bergtour im Zelt. Da reicht auch ein Sommerzelt oder ein Drei-Saisons-Zelt. Dieser Typ hat viele mit Maschen bedeckte Oberflächen für eine gute Belüftung und selten mehr als drei Bögen. Die Anzahl der Bögen ist ein einfacher Indikator für die Windstabilität, je mehr davon, desto stabiler, aber auch schwerer. Der Zeltboden endet in diesen Zelten tief an den Wänden, wodurch er empfindlich auf die Kombination von starkem Wind und Niederschlag reagiert. Diese Zelte halten dem Sommer in Lappland stand, sollten aber im Frühling und Herbst in den Bergen oberhalb der Baumgrenze mit Vorsicht eingesetzt werden. Wenn du ein Zelt für den Winter suchst, solltest du eine robuste Konstruktion mit mehreren Bögen, verschließbaren Mesh-Einsätzen und einem erhöhten Zeltboden suchen.

Eigenschaften, die für dich wichtig sind

Die Kombination sturmfest, leicht und luftig findet sich nicht in ein und demselben Zelt. Die Wahl wird immer auch ein Kompromiss sein. Einige Punkte sollte man stärker berücksichtigen

Belüftung

Gute Belüftung sorgt für einen trockenen Schlaf. Beachte jedoch, dass Mesh-Paneele, die bis zum Boden reichen, zugleich auch Regen und kalte Zugluft hereinlassen. Verschließbare Mesh-Paneele sind vorteilhaft. Diese funktionieren genauso wie Fensterläden. Achte auch im Außenzelt auf Belüftungsmöglichkeiten.

Material

Zeltstoffe bestehen aus Nylon oder Polyester. Nylon ist elastisch und reißfest, neigt jedoch dazu, sich im nassen Zustand ausdehnen und locker herunterzuhängen. Polyester hält den UV-Strahlen der Sonne besser stand als Nylon. Der Boden sollte eine Polyurethanbeschichtung haben, da dies die Abriebfestigkeit verbessert. Die Farbe der Leinwand ist wichtig; ein dunkler Stoff sorgt im Zelt für schlechtere Lichtverhältnisse. Ein heller Zeltstoff ist freundlicher.

Zelte sind heute leichter, flexibler und stärker als je zuvor. Die Entwicklung neuer Materialien machen Bögen und Stoffe haltbarer und gleichzeitig immer leichter. Dünne Stoffe führen zu einem geringeren Packvolumen.

Bögen

Die Abmessung und Anzahl der Bögen bestimmen die Stärke des Zeltes und indirekt auch das Gewicht. In Korea hergestellte Rahmen der Marke DAC gehören zu den besten. Die Bögen der Marke Yunan kommen ebenfalls aus Korea. Die Qualität zeigt sich am besten an den Gelenken - es lohnt sich, zu vergleichen!

Größe

Die Bodenfläche eines Kuppelzeltes ist manchmal unregelmäßig, sechseckig oder achteckig. Die verbleibende Oberfläche entlang der Wände ersetzt teilweise eine kleine Apsis. Ein guter Quadratmeter Nutzfläche pro Person ist ein Minimum. Die Empfehlungen der Hersteller für zwei, drei oder vier Personen sind sehr allgemein gehalten. Teste das Zelt daher mit Ausrüstung, insbesondere wenn du groß bist. Zu beachten ist, dass fürs Zelten im Winter, Frühling und Herbst in der Regel eine etwas größere Grundfläche erforderlich ist. Das liegt daran, dass die Ausrüstung mehr Platz beansprucht und mehr Zeit im Zelt verbracht wird als im Sommer.

Wenn du dir bei der Wahl zwischen beispielsweise einem Zwei-Personen- oder einem Drei-Personen-Zelt desselben Herstellers nicht sicher bist, nimm das größere, wenn dir Komfort wichtiger ist als das kleinstmögliche Gewicht.

Details

Ein gut gemachtes Zelt überzeugt in allen Details mit einem gelungenen Finish. Die Nähte sind gerade und ebenmäßig, und die Bögen gleiten leicht auseinander und haben gleichmäßige Gelenke. Wenn die Bögen unterschiedlich lang sind, müssen die Bogenkanäle farblich gekennzeichnet sein. Taschen und Schlaufen zum Aufbewahren und Aufhängen sind von unschätzbarem Wert, auch wenn es nicht so scheint, wenn man noch im Geschäft steht.

So stellst du das Zelt auf

Wähle den richtigen Platz: Versuche, das Zelt etwas erhöht aufzustellen. So vermeidest du kalte Bodensenken und nutzt gleichzeitig etwas Wind, der hilft, das Zelt zu lüften. Die Windrichtung ist entscheidend, besonders in den Bergen. Ein Tunnelzelt kann leicht richtig platziert werden, indem das schmale Ende zum Wind zeigt und die Öffnung geschützt ist. Bei einem Kuppelzelt muss man ein wenig mehr berücksichtigen, je nachdem, wie das Zelt aufgebaut ist. Die Öffnung sollte zur windabgewandten Seite zeigen. Überlege, wo die Sonne aufgeht, und versuche, das Zelt in den Schatten zu stellen. Dies verlängert die Lebensdauer des Stoffs und sorgt für ein angenehmeres Klima, insbesondere im Sommer.

Benutze die richtigen Heringe: Abgerundete Heringe aus Aluminium sind am gebräuchlichsten und eignen sich hervorragend für harte Böden. In weicheren Böden sind V-förmige Heringe erforderlich, oder im Schnee Heringe für den Wintereinsatz.

Von Anfang an richtig: Spanne die Ecken beim Aufstellen des Zeltes richtig, so dass der Zeltboden glatt ist.

Benutze deine Phantasie: Wenn die Oberfläche für Heringe zu hart ist, benutze das, was verfügbar ist. Mache eine große Schlaufe in die Sturmleine und befestige sie in Bäumen, an Baumstämmen oder Felsen. Manchmal kann man Heringe zwischen Steinen einkeilen. Im Winter bieten Skier eine gute Verankerungsmöglichkeit. Sogar schneegefüllte Nylontaschen, die im Schnee vergraben sind, funktionieren hervorragend.

Zeltwände nachspannen: Einige Materialien, insbesondere Nylon (Polyamid), dehnen sich aus, wenn sie nass werden, und dann müssen die Sturmleinen nachgezogen werden.

Vermeide Feuchtigkeit: Schließe am Abend, wenn der Tau fällt, alle Belüftungsmöglichkeiten. Öffne die Belüftung nachts vollständig, aber vermeide Zugluft.

Jedermannsrecht - wo darfst du zelten?

Das Jedermannsrecht ermöglicht es dir, für EINE Nacht zu campen, wo immer du möchtest, solange du dich nicht auf einem Privatgrundstück befindest und außer Sicht- und Hörweite bist. Das Jedermannsrecht ist eine Freiheit, die Verantwortung mit sich bringt: du darfst andere nicht stören und nichts kaputt machen. Das bezieht sich auf alles: Wildtiere, Pflanzen, Natur und andere Menschen. Besonders vorsichtig solltest du mit Feuer sein. Beachte die Feuerverbote in der Region. Es ist nicht erlaubt, Äste abzubrechen, es gibt geschützte Pflanzen, und man sollte nicht auf empfindlichem Boden ein Feuer anzünden. Diese Punkte sind mit „nichts kaputt machen“ gemeint.

Dagegen kannst du gerne Pilze und Beeren sammeln. Naturschutzgebiete können spezielle Regeln haben, über die du dich vorher informieren musst.

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