Wandern

Das Wandern hat magische Kräfte: Es ist einfach fantastisch, neue Wege und Landschaften zu entdecken und die Natur in vollen Zügen zu genießen. Und es ist ein Gefühl von Freiheit, wenn man weiß, dass man alles, was man braucht, im Rucksack dabei hat. Das Wandern hat etwas Ursprüngliches - unsere Füße sind das älteste Transportmittel und wir nutzen sie wie schon unsere Vorfahren vor Tausenden von Jahren. Allerdings haben wir heutzutage etwas andere Beweggründe.

Jeder hat seine eigene Vorstellung von den Zielen einer Wanderung und diese beeinflussen die Vorbereitung und Ausrüstung. Manche Wandern, um mit minimaler Ausrüstung so viele Kilometer wie möglich zurückzulegen. Andere mögen es gemütlicher, schlagen ein Lager auf und erkunden die Natur, Tierwelt und die „kleinen Dinge“ in der Nähe. Mein Papa hat immer gesagt: „Einige Leute laufen einen Marathon in wenigen Stunden und einige in einer Woche. Aber beide haben es geschafft, mit ganz unterschiedlichen Einstellungen und Interessen.“

Es gibt kein Richtig oder Falsch und das Wichtigste ist, dass man Spaß hat! Die Ausrüstung und das Praktische stehen an zweiter Stelle und man kann selbst entscheiden, wie man sich organisieren möchte. Es braucht und sollte nicht schwierig sein, die Natur zu genießen.

Wann man sich auf eine Wanderung vorbereitet - ganz gleich, ob es das erste Mal ist oder ob man schon routiniert ist - gibt es ein Paar wichtige Punkte, die man beachten sollte. Mit diesem Leitfaden möchten wir sowohl Wander-Neulinge als auch Wander-Profis inspirieren!

Starte mit dem, was du zu Hause hast und leihe dir ein paar Dinge von Familie und Freunden aus. Du kannst deine Ausrüstung später aufpeppen, wenn du ein wenig Erfahrung gesammelt hast. Es gibt zwar kein Muss in Sachen Ausrüstung, aber es gibt ein paar Dinge, die auf einer Wanderung äußerst praktisch sind!

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Du hast eine Idee und beginnst mit der Planung

Wo möchte ich wandern? Welche Art von Wanderung möchte ich machen - Tagesausflüge mit einem „Basislager“ oder Wandern mit vollständiger Ausrüstung? Ist der Wanderweg gut ausgeschildert? Wie ist das Wetter und die Wegbeschaffenheit genau dort und dann? Wie viele Leute sind wir? Gibt es Geschäfte entlang der Strecke oder muss ich alles mitnehmen? Will ich in einem Zelt, Windschutz, Herberge oder auf einer Hütte schlafen? Gibt es Wasser?

Es ist gut, so viel wie möglich über das Wandergebiet zu lesen, um böse Überraschungen zu vermeiden, die man hätte verhindern können.

Packen und Ausrüstung

Wenn man seine Route geplant hat, kann man sich Gedanken über seine Ausrüstung machen. In welcher Jahreszeit möchtest du wandern - Winter, Frühling, Sommer oder Herbst? Wie kalt ist es tagsüber und wie kalt ist es nachts? Wie ist das Wetter zu dieser Jahreszeit? Alle Jahreszeiten haben ihren Reiz, und das Gepäck variiert je nach Jahreszeit und Temperatur. Im Frühling beginnt alles zu blühen, aber es kann nachts noch sehr kalt sein. Im Sommer sollte man sein Zelt im Schatten aufschlagen, um nicht in einer tragbaren Sauna aufzuwachen, und man braucht auch mehr Wasser. Im Herbst gehen viele Menschen nach draußen, es ist nicht mehr so heiß und die warmen Farben der Landschaft sehen einfach toll aus - aber du solltest darauf vorbereitet sein, dass die Nächte plötzlich kalt werden können und, dass es tagsüber immer noch sehr warm sein kann. Der Winter ist magisch für Wanderungen mit Schneeschuhen oder auf Langlaufskiern. Doch im Winter gelten strengere Regeln und man muss sich vor allem vor der Kälte schützen. Man sollte das Schwitzen vermeiden, sich nach dem Zwiebelprinzip kleiden und eine warme Schlafausrüstung haben.

Probiere zuerst die Ausrüstung, die du zu Hause hast - es muss nicht immer die teuerste oder leichteste Ausrüstung auf dem Markt sein. Das Wichtigste ist, dass du rausgehst und Erfahrungen sammelst. Nach ein paar Wanderungen wirst du schnell merken, was du brauchst und kaufen solltest.

Wir teilen die Ausrüstung in vier Teile ein:

1. Schlafausrüstung

Zelt, Isomatte und Schlafsack. Das sind die drei wesentlichen Dinge für eine gute Nacht. Es ist wichtig zu wissen, welche Temperaturen herrschen. Wenn einem tagsüber etwas kalt wird, ist das nicht so tragisch. Aber nachts kann man sich schnell hilflos fühlen und wenn du schlecht schläfst, kann sich das negativ auf dein Wandererlebnis auswirken. Deshalb sollte dein Schlafsack und deine Isomatte den herrschenden Temperaturen standhalten.

Wir nehmen normalerweise ein aufblasbares Kissen mit (sie wiegen heutzutage nicht mehr viel und machen die Nacht noch komfortabler) und einen Schlafsackliner. Diese schafft eine zusätzliche Luftschicht, die etwas isoliert und sie erleichtert die Reinigung. Das sind echte „Luxusartikel“, die das gewisse Extra ausmachen.

2. Essen und Kocher

Beim Wandern braucht man Energie. Man muss Nährstoffe und Kalorien zu sich nehmen und es ist einfach wichtig, etwas Warmes im Magen zu haben, sonst kommt man nicht weit! Ein Kocher ist bei einer Wanderung absolut wesentlich. Kleine Gaskocher eignen sich am besten, da sie lange halten und leicht und effektiv sind. Es stehen viele verschiedene Größen und Modelle zur Auswahl. Wir empfehlen dir, dich in einem Geschäft umzusehen (oder dir eine Auswahl nach Hause zu bestellen), um herauszufinden, welcher Kocher sich am besten für dich eignet. Dabei spielt es auch eine große Rolle, wie viele ihr seid. Man spart an Gewicht, wenn man einen größeren Outdoorkocher teilt, und nicht jeder seinen eigenen Kocher mitnimmt.

Beim Essen ist die Auswahl groß und es gibt viele unterschiedliche Arten der Zubereitung. Doch sie alle haben eines gemeinsam: Man will möglichst viel Gewicht sparen und nur trockene Zutaten mitbringen. Wir wollen einige unserer Erfahrungen mit euch teilen.

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Gefriergetrocknete Fertiggerichte

Diese gibt es von verschiedenen Herstellern und sind unserer Meinung nach die absolut einfachste, flexibelste und energiereichste Alternative - aber gleichzeitig auch die teuerste. Du kannst sowohl Frühstück als auch Mittag- und Abendessen mit einer großen Auswahl an verschiedenen Gerichten kaufen, so dass ein abwechslungsreiches Menü auf dem Programm steht. Und normalerweise muss man nur Wasser aufgießen und die Mahlzeit einen Moment stehen lassen. Schon ist sie fertig!

Trockene Zutaten

Eine andere Möglichkeit besteht darin, in deinem Supermarkt nachzuschauen, welche Lebensmittel man mit Wasser zubereitet kann. Wir verwenden normalerweise Kartoffelpüreepulver, zum Beispiel mit einem Stück getrocknetem Fleisch und einigen Gewürzen. Billig, lecker, leicht und flexibel. Instant-Nudeln sind eine weitere Option - nicht sehr nahrhaft, aber sie eignen sich gut als Mittagessen. Eine Pfannkuchenmischung ist ein tolles Frühstück oder gut für eine Kaffeepause!

Trockne das Essen selbst

Du findest online viele gute Rezepte, wie man Zutaten selber trocknet. So sind sie leicht zu transportieren, haltbar und man weiß, dass man etwas dabei hat, das man gerne isst. Viele Lebensmittel kann man bei schwacher Hitze im Ofen trocknen. Beachte aber, dass man die Zutaten oft eine Weile (ein paar Stunden) in beispielsweise einem Zip-Lock-Beutel einweichen muss, damit sie weich werden.

Snacks/Energiebomben

Snacks sind wichtig! Zucker und Eiweiß geben dir zusätzliche Energie, wenn du sie brauchst. Wir nehmen normalerweise Schokoriegel mit, aber wir haben auch unsere eigenen „Müslibars“ hergestellt, zum Beispiel mit Datteln, Nüssen usw. Es gibt auch eine große Auswahl an anderen Proteinriegeln, die man überall kaufen kann, und Rezepte, wie du deine eigenen herstellst. Außerdem nehmen wir immer einen „Nussmix“ mit - Rosinen, Erdnüsse und ein paar Schokoladenstücke.

Tipps: Bewahre ihn im Hüftgurt auf oder dort, wo du ihn schnell zur Hand hast.

3. Kleidung

Das Angebot an verschiedenen Marken, Eigenschaften, Gewicht und Textilien scheint schier endlos zu sein - deshalb wollen wir die wichtigsten Merkmale für euch zusammenfassen.

Schuhe oder Stiefel:

Dies ist ein sehr wichtiger Teil deiner Ausrüstung. Wir gehen zu jeder Jahreszeit gerne in Wanderschuhen wandern - sie sind im Sommer zwar wärmer als ein Paar Turnschuhe, aber mit ihrer Stabilität und als „Tragehilfe“ sind sie einfach unschlagbar. Die Wanderschuhe sollten über die Knöchel gehen und eine aufgebaute Sohle haben. Der sogenannte Schaft ist eher Geschmackssache - manche mögen einen strukturierteren Schaft und andere zum Beispiel nur eine Lederschale, um sie leichter trocknen zu können. Hier gilt: Ausprobieren und entscheiden! Gore-Tex-Stiefel haben den Vorteil, dass die Füße trocken bleiben. Der Nachteil ist jedoch, dass das Trocknen länger dauert, sobald sie nass werden. Gore-Tex sind oft gepolsterter und strukturierter, aber das will nicht jeder haben. Shell-Stiefel haben den Vorteil, dass man je nach Jahreszeit mit der Dicke der Socken darauf aufbauen kann und diese schneller trocknen.

Strümpfe:

Die Auswahl deiner Strümpfe hängt von deinen Schuhen ab. Aber generell empfehlen wir zwei paar Socken aus Merinowolle. Eine dünnere Schicht, die dem Fuß am nächsten liegt, und darüber eine dickere Schicht, die an die Jahreszeit angepasst ist. Dank der Doppelschicht reiben die Socken aneinander, anstatt am Fuß und die Wolle transportiert Feuchtigkeit ab, lüftet und hält auch bei Nässe warm. Wechsle deine Strümpfe häufig - mehrmals am Tag - und trockne sie, indem du sie an den Rucksack hängst. So hältst du deine Füße trocken und glücklich und wirkst Blasen und Schmerzen entgegen.

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Beine:

Während ich diesen Artikel schreibe, herrschen draußen noch Minusgrade. Aber der Frühling ist auf dem besten Weg! Auch an den Beinen empfehle ich Unterwäsche aus Merinowolle, die nah am Körper liegt (wenn es kalt ist). Wir tragen normalerweise Wanderhosen oder Funktionshosen, da sie Stretcheinsätze für mehr Mobilität haben und auch Funktionen wie Belüftungstaschen und / oder Reißverschlüsse, um die Temperatur schnell regulieren zu können. Dies ist kein Muss, ist aber praktisch und angenehm. Wir haben viel über die Vorteile von Wollunterwäsche gehört, haben aber selbst bisher nur normale Baumwollunterwäsche verwendet, wenn wir unterwegs waren - und es hat bisher für uns gut funktioniert.

Oberkörper:

Was trägt man am besten obenrum? Hier haben wir wieder eine Merinowolllage, die dem Körper am nächsten liegt und deren Dicke je nach Jahreszeit variiert. Auf der Außenseite haben wir einen wärmenden Pullover (jetzt im Frühjahr), vorzugsweise mit einem Reißverschluss, um die Temperatur zu regulieren. Bei Bedarf haben wir gerne eine synthetische Daunenweste darüber, die sich sehr klein packen lässt, und die man bei einer Pause herausholt, oder wenn es windig wird. Und zu guter Letzt die Shell-Jacke. Sie schützt vor Wetter, egal ob bei Schnee, Regen, Wind oder Hagel. Regenjacken funktionieren zwar auch, aber sie atmen meist nicht gut und sind oft auch nicht für ein aktives Abenteuer konzipiert. Es gibt auch Shell-Hosen - die haben wir zwar nicht oft selbst dabei, aber je nachdem, wohin es geht und wie das Wetter aussieht, ist es gut, eine leichte Shell-Hose (oder Regenhose) einzupacken, um sich vor dem Wetter zu schützen.

Rund um den Kopf:

Während dieser Jahreszeit habe ich gerne eine Merinowollmütze dabei, um die Ohren warm zu halten oder für eine kalte Nacht im Zelt. Außerdem nehme ich eine Kappe mit, die vor der Sonne schützt und möglicherweise die Haare zurückhält.

4. Weitere Ausrüstung

Wasser:

Man kann Wasser auf unterschiedliche Arten transportieren - ich persönlich bringe gerne eine (oder zwei) Flaschen Trinkwasser und einen kleinen Wasserfilter mit, um das Wasser aus Seen und Bächen zu reinigen. Mein Bruder hat ein Flüssigkeitssystem mit 2 oder 3 Litern Wasser dabei, das man auf dem Rücken trägt und mit dem sofort mehr Trinkwasser bereit steht. Die Wahl hängt ein wenig davon ab, wo man wandert, wie viele Gewässer es dort gibt usw. Aber du solltest auf jeden Fall immer Zugang zu sauberem Wasser haben - du wirst beim Wandern viel Flüssigkeit verlieren!

Erste-Hilfe-Kit:

Man weiß nie, wann ein Unfall passiert (und normalerweise, wenn du es am wenigsten erwartest), und ein Erste-Hilfe-Kit kann ein echter Lebensretter sein. Das Set kann auch mit einem „Spot“ oder ähnlichem ausgestattet sein, mit dem du deine Koordinaten an deine Familie und Freunde schickst auch wenn du keinen Empfang hast. Und du kann nach Hilfe rufen - man weiß ja nie! Im Erste-Hilfe-Kit sollten auch Blasenpflaster und Sonnenschutz sein.

Telefon:

Ein Telefon hat mittlerweile jeder dabei und es hat viele intelligente Funktionen. Es dient als Kamera, Karte und du kannst deine Liebsten auf dem Laufenden halten - und dir Unterhaltung mitbringen, z. B. einen Podcast oder ein Hörbuch, das du abends anhören kannst.

Powerbank:

Mit einer Powerbank geht dir nie der Strom aus. Wir verwenden eine Variante mit Sonnenkollektoren, die man ausrollt, um sie immer ein wenig aufzuladen.

Sonnenbrille

Stirnlampe

Extra Kleidung:

Je nachdem, wie lange du unterwegs bist, solltest du immer mindestens ein trockenes und sauberes Extrakleidungsstück bei dir haben. Bei kürzeren Wanderungen verwenden wir z. B. unsere zweite Unterwäsche als Pyjama.

Messer:

Normalerweise haben wir ein Klappmesser oder ein leichteres Messer dabei, das für so gut wie alles verwendet wird: Zum Kochen, Reparieren oder Abschneiden eines Pflasters. Oder um Abends am Lagerfeuer etwas zu schnitzen - vielleicht einen Löffel, um die Pfannkuchen zu wenden? :)

Der Rucksack:

Zu guter Letzt müssen wir alles einpacken: In einen Rucksack natürlich! Dieser sollte vor dem Kauf sorgfältig getestet werden, vorzugsweise mit Gewichten. Wanderrücksäcke gibt es in vielen verschiedenen Formen, Längen, Volumen, Farben und für verschiedene Zwecke. Es gibt sicherlich einen Rucksack, der perfekt zu deinem nächsten Abenteuer passt. Aber wie findet man ihn?

Bei deiner Suche solltest du beachten, dass er nah am Rücken anliegt und einen stabilen, bequemen Hüftgurt und bequeme, gepolsterte Schultergurte hat - sie werden deine Wanderung komfortabel machen. Wir verwenden normalerweise einen Rucksack mit einem Volumen zwischen 45 und 65 Liter, der nicht viel Extraplatz hat. Man packt nämlich gern unnötige Sachen ein, wenn man Platz über hat. Größe und Volumen variieren auch, wenn Kinder mit dabei sind.

Wir hoffen, dass wir dir ein paar nützliche Tipps auf dein nächstes Abenteuer mitgeben konnten. Denke daran stets die Regeln im Naturschutzgebiet oder Nationalpark zu respektieren und niemals Spuren zu hinterlassen. Die Natur ist für uns alle da und wir tragen die Verantwortung, uns um sie zu kümmern!

// Forrest & Indiana (@wayoutbros)

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